Handel/Service

Exklusiv: Chevrolet will in Deutschland drei Prozent Marktanteil

Chevrolet strebt einen Marktanteil von drei Prozent in fünf Jahren an. Geschäftsführer Peter Sommer und Vertriebsleiter Steffen Raschig bemühen dazu Image-Lokomotiven aus den USA sowie eine breite Flüssiggas- und Diesel-Palette.

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Chevrolet Camaro: Soll ab 2009 von allen Händlern verkauft und gewartet werden können.


Leipzig. Die Zuwächse sind hoch, der Marktanteil jedoch gering – Chevrolet kann auf dem deutschen Markt entgegen dem Trend in den ersten drei Monaten ein Plus von 14,2 Prozent verzeichnen. Mit einem derzeitigen Marktanteil von 0,8 Prozent (2006: 0,7 Prozent) wollen sich Chevrolet Deutschland-Geschäftsführer Peter Sommer und Vertriebsleiter Steffen Raschig naturgemäß nicht zufrieden geben.

„Wir müssen auf so viele Einkaufszettel wie möglich,“ erklärt Raschig. „Für 2012 haben wir uns einen Marktanteil von drei Prozent vorgenommen“, so Raschig weiter – das entspräche rund 100.000 Fahrzeugen. „Derzeit fehlt es der Marke aber an Bekanntheit“, ergänzt Sommer. Ein erster Schritt wurde mit der Einführung von Diesel-Aggregaten, die von GM Powertrain stammen, in den wichtigsten Baureihen getan. Für das SUV Captiva erwartet der Importeur einen Selbstzünder-Anteil von rund 85 Prozent. Für das Mittelklasse-Modell Nubria, das laut Raschig „vor allem beim Mittelstand stark ist“, erwartet Chevrolet speziell bei Flottenkunden durch den Diesel großen Zuspruch.

Für Privatkunden, die „mit besonders spitzem Bleistift rechnen“, will Raschig weiterhin ein breites Angebot an Flüssiggas-Fahrzeugen vorhalten. „Gut 80 Prozent der Privatkäufer finanzieren ihr Auto, da fällt die höhere Monatsrate für ein LPG-Fahrzeug kaum ins Gewicht, der Minderverbrauch jedoch umso mehr – auch bei niedrigen Jahresfahrleistungen“, rechnet Raschig vor. Deshalb bietet Chevrolet LPG-Nachrüstungen auch für die Kleinwagen Matiz und Kalos an, die weiterhin auf einen Dieselmotor verzichten müssen. Mittelfristig plant Raschig, so einen LPG-Flottenanteil von 25 Prozent erzielen zu können.


Bewerbungen von Opel-Händlern


Chevrolet HHR: Der Importeur erwartet rund 1000 Verkäufe pro Jahr.


Um die Marke ins Bewusstsein der Käufer zu rücken, bedient sich Chevrolet weit weniger bodenständiger Modelle aus den USA. Als erstes wird im vierten Quartal der Retro-Kombi HHR (Abkürzung für Heritage High Roof) eingeführt, der in den USA seit zwei Jahren auf Markt ist und von zwei Vierzylinder-Benzinern mit 151 sowie 177 PS angetrieben wird. Sommer erwartet im ersten vollen Verkaufsjahr „einen Absatz von rund 1000 Einheiten“ – kein wirklicher Volumenbringer also.

Einen noch größeren Image-Schub erhofft sich Chevrolet von der Neuauflage des Camaro im Jahr 2009. Dessen Stückzahlen werden freilich noch geringer ausfallen. Dennoch betont Raschig, dass es „kein Zweiklassen-Händlersystem geben wird“. Jeder Händler müsse das V8-Sportcoupé verkaufen und warten können. „Die Händler werden aber keine 10.000 Euro investieren müssen“, beschwichtigt Raschig.

Sommer kann sich sogar vorstellen, „langfristig mehr US-Produkte anzubieten“. Die Vertriebspartner kommen im Übrigen immer öfter aus dem Opel-Lager – ganz nach dem Wunsch des Konzerns, der eigens eine Corporate Identity für Betriebe entwickeln ließ, die mehrere Konzermarken vertreiben. Dennoch bekommt ein Opel-Händler nicht automatisch die Chevrolet-Embleme an die Fassade montiert, nur weil er bereits eine Konzernmarke im Portfolio hat. „Nicht immer passt ein Bewerber zu uns, wir müssen das jeweils sehr genau prüfen“, sagt Sommer.

Künftige Chevrolet-Händler dürfen sich laut Sommer „auf ein SUV unterhalb und eines oberhalb des Captiva“ freuen. Zudem wurde die nächste Kleinwagen-Generation in Form der Studien Beat, Groove und Trax gerade auf der New York Auto Show gezeigt, die Ende 2008 in Serie gehen soll. In diesem Fahrzeugsegment ist Chevrolet konzernweit federführend in der Entwicklung – das muss sich nur noch bis zu den deutschen Endkunden herumsprechen.



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Mittwoch, 18. April 2007, 00.03 Uhr Artikel versenden Artikel drucken

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