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Exklusiv: Artega liefert ab Mitte 2008 Sportwagen

Der vom Automobilzulieferer Paragon initiierte Sportwagen Artega GT soll ab Mitte kommenden Jahres im Serienzustand an die Kundschaft ausgeliefert werden. Mittelfristig peilt Paragon eine Jahresproduktion von 500 Stück des exklusiven Porsche-Rivalen an. Derzeit entsteht dazu im ostwestfälischen Delbrück eine nagelneue Fertigungsstätte.

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Artega: Mit dem GT kommt Mitte 2008 eine neue Sportwagenmarke auf den Markt.


Delbrück. Das Sportwagenprojekt Artega nimmt ungeachtet so mancher skeptischer Branchenstimmen Fahrt auf. Mitte 2008 werde der erste Artega GT aus der Serienproduktion ausgeliefert, kündigte Paragon-Chef Klaus Dieter Frers im Gespräch mit der Automobilwoche an.

Mit dem GT entsteht in Deutschland nicht mehr und nicht weniger als eine neue Automobilmarke. Und ihre Entwickler haben keineswegs vor, wie so manch andere Versuche nach einem kühnen Start alsbald wieder in der Versenkung zu verschwinden. "Das ganze Projekt ist eindeutig mutig, aber es ist nicht fahrlässig. Es ist sehr gut geplant und finanziell rundum überwacht", sagt Frers. Und fügt hinzu: "Als sorgfältiger Kaufmann setzt man nie alles aufs Spiel." Eine wichtige Stütze ist für ihn der ehemalige BMW-, Rolls-Royce- und Maserati-Manager Karl-Heinz Kalbfell.

Der Öffentlichkeit vorgestellt wurde der GT auf dem Autosalon in Genf Anfang diesen Jahres, damals noch als Showcar ohne Motor und Getriebe. Jetzt aber steht das Timing für den Rollout fest: Derzeit werden in Delbrück weitere sechs Prototypen gebaut, die unter anderem für Crashtests benötigt werden. Ein erstes Fahrzeug im Serien-Trimm soll bei der IAA im September vorgestellt werden. Die Null-Serie ist dann für das erste Quartal 2008 geplant, eine endgültige Vorserie im zweiten Quartal. Bis zum Sommer sollen in Deutschland sechs Vertriebspartner gefunden werden, dazu kommt das im Bau befindliche Markenzentrum in Delbrück. Frers denkt auch an Repräsentanten in Europa, die aufgrund der im GT eingesetzten VW-Motoren-und Getriebetechnik vermutlich in Verbindung mit dem Volkswagen-Konzern stehen werden. Auf mittlere Sicht soll die Marke Artega sogar in Nordamerika, Asien und im Nahen Osten etabliert werden.


Paragon-Chef - Der Artega wird auch wirtschaftlich ein Erfolg


Der GT ist mit maximal 500 produzierten Stück pro Jahr hochexklusiv, die Serienausstattung bleibt aber mit 74.000 Euro im bezahlbaren Bereich.


Frers ist überzeugt, dass die neue Automobilmarke auch wirtschaftlich ein Erfolg werden wird. "Der Termin für den Break Even steht fest. Und ich kann Ihnen versichern, er wird deutlich früher kommen als nach dem Verkauf der ersten 500 Stück." Derzeit lägen schon mehrere Dutzend Festbestellungen für den GT vor sowie etliche weitere Kaufoptionen. Im ersten Produktionsjahr sollen noch rund 170 Fahrzeuge die derzeit auf der grünen Wiese entstehenden Werkhallen in Delbrück verlassen.

Im Gegensatz zu früheren Versuchen, eine neue Automobilmarke zu lancieren, positioniert sich der Artega GT weder als unbezahlbares PS-Monster, noch als puristisches Go Cart. Angesichts des Verkaufspreises könnten auch Porsche-Kunden ins Nachsinnen kommen: Mit einer großzügigen Serienausstattung kostet der exklusive Sportler aus Delbrück knapp 74.000 Euro brutto. Dafür gibt es einen "Reisesportwagen" mit einer innovativen Innenraumtechnik von Paragon und einer bewährten Antriebstechnik aus dem Volkswagen-Konzern. Artega hat für den heckgetriebenen GT den 3,6-Liter FSI-V6-Motor aus dem Passat R36 ausgewählt. Der Motor leistet 300 PS und soll bei einem Fahrzeuggewicht von nur 1100 Kilogramm für eine Beschleunigung von 0 auf 100 unter fünf Sekunden gut sein. Zum Einsatz kommt das von VW entwickelte Sechsgang-Direktschaltgetriebe (DSG). Ergänzt wird der Antriebsstrang durch eine von Artega konzipierte Reversionsstufe, die ihn platzsparender macht.


Paragon-Chef Klaus Dieter Frers ist überzeugt: Der Spinn Off Artega wird schon bald schwarze Zahlen schreiben. (Foto: Knauer)


Der Artega GT geht auf die Initiative von Frers zurück, der in seiner Freizeit selbst ein engagierter Rennsportfahrer ist. Zuletzt fuhr er beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring mit einem Porsche 997 GT3-RSR mit seinem Team auf den vorderen Plätzen mit.

An der Artega Automobil GmbH & Co KG aber ist die börsennotierte Paragon AG nicht beteiligt. Artega ist vielmehr ein Spinn Off der Paragon AG. Gewollter Effekt: Wird die Marke Artega ein Erfolg, partizipiert Paragon, scheitert sie, müssen die Paragon-Aktionäre keine schlaflosen Nächte verbringen. Der Artega soll demonstrieren, welche technischen Innenraum- und Bedienkonzepte Paragon in einem real funktionierenden Fahrzeug realisieren kann. "Paragon will kein Fahrzeughersteller sein, sondern Referenzen haben als Tier-1-Hersteller," formuliert dies Unternehmenschef Frers.


Für den Ideenlieferanten Paragon stehen beim Artega GT die neuen Innenraumkonzepte im Vordergrund.


Mit dem GT soll die Marke Artega indes nur starten. Weitere Modelle sind geplant. "Ein weiteres Fahrzeug ist bereits konkret in der Planung," sagt Frers, mehr verrät er jedoch nicht. Im Unternehmen ist es indes kein Geheimnis, dass sich der GT gut in einer offenen Roadster-Version machen könnte. Für Frers zählen bei Artega aber weniger die verkauften Stückzahlen, sondern vielmehr der Aha-Effekt. Die im Artega verwendeten Innenraum-Konzepte sollen andere Fahrzeughersteller neugierig machen. Dazu gehört zum Beispiel eine Navigationsanzeige im Rückspiegel und ein einziges Doppelanzeige-Instrument für Drehzahl und Geschwindigkeit. Auf einem 10,2-Zoll-TFT-Display kann der Fahrer frei wählbar bestimmte Anzeigeelemente ein- oder ausblenden. Paragon holt damit Technik aus der Luftfahrt ins Automobil-Cockpit. "Wir wollen mit dem Artega beweisen, dass wir uns vom Lieferanten für Komponenten zum Entwicklungspartner für komplexe Systeme entwickelt haben," begründet Frers das Abenteuer Artega.



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Mittwoch, 08. August 2007, 11.00 Uhr Artikel versenden Artikel drucken

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