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Mercedes stellt ersten voll elektrischen Transporter vor
Der Elektro-Vito wird geladen: Bei heutigen Strompreisen kostet eine Batteriefüllung für 100 Kilometer Reichweite 3,80 Euro.
Stuttgart. Mercedes stellt auf Basis des Vito erstmals einen vollelektrischen Transporter vor, der bereits in diesem Jahr in Kleinserie gehen soll. Das Versuchsfahrzeug ist rein für den elektrischen Betrieb konzipiert und laut Daimler der weltweit erste Transporter, der bereits ab Werk mit dieser Technologie gefertigt wird. Im Juli sollen über 100 Fahrzeuge an ausgewählte Kunden für den Praxistest übergeben werden, sagte ein Unternehmenssprecher auf Nachfrage der Automobilwoche. Weitere 2000 Fahrzeuge seien im weiteren Jahresverlauf sowie 2011 geplant. Zu den Kunden gehört die Deutsche Post ebenso wie der Kurierdienst Hermes und die Royal Mail in Großbritannien. Der Vito soll überwiegend im innerstädtischen Verkehr zum Einsatz kommen. Der Prototyp wird mit weiteren 24 Elektro-Fahrzeugen auf dem "Informal EU Competitiveness Council im spanischen San Sebastian gezeigt. Dort diskutieren vom 7. bis 9. Februar die europäischen Wirtschaftsminister über die Wirtschaftlichkeit künftiger Technologien. Daimler-Chef Dieter Zetsche hält als aktueller Acea-Präsident einen Vortrag zum Thema Zukunftsfähigkeit von Elektrofahrzeugen.
Der Elektro-Vito ist das erste Fahrzeug, das unter Transporter-Chef Wolfgang Bernhard entwickelt und maßgeblich vorangetrieben wurde. Der Manager soll in Kürze in den Daimler-Vorstand aufrücken und zusätzlich zu den bisherigen Aufgaben die Produktion- und den Einkauf der Pkw-Sparte Mercedes-Benz Cars verantworten. Daimler hat für die Pkw einen modularen Hybrid- und Elektro-Baukasten mit skalierbaren Lithium-Ionen-Batterie entwickelt. Die Technik des voll elektrischen Vito basiert auf dieser Grundlage und wurde auf die Anforderungen im Transporterbereich angepasst. Das Fahrzeug wird im Mercedes-Werk in Vitoria im Rahmen der normalen Serie gefertigt. Dabei erhält Daimler Subventionen von der baskischen Landesregierung. Auch das deutsche Umweltministerium unterstützt das Projekt.
Geringe Unterhaltskosten
Das mit einer Lithium-Ionen-Batterie Versuchsfahrzeug verzichtet auf den für Verbrennungsmotoren ausgelegten Antriebsstrang. Mit einer Arbeitsspannung von 400 Volt, einem Strom von 16 Ampere und einer nutzbaren Kapazität von 32 kWh beträgt die technische Reichweite im NEFZ durchschnittlich 130 Kilometer. Mit einer Nutzlast von 900 kg ergeben sich laut Daimler keine Einbußen gegenüber einem konventionell angetriebenen Vito. Im Praxisbetrieb gehen die Stuttgarter von einer Reichweite von rund 100 Kilometern aus. Der Elektromotor liefert eine Leistung von 90 kw. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 80 km/h begrenzt.
Für den ersten Praxistest werden die Fahrzeuge an die Kunden verleast. Während der Vito einen deutlich höheren Anschaffungspreis haben dürfte, fallen die Betriebskosten laut Daimler günstiger aus als bei einem herkömmlichen Fahrzeug. Bei heutigen Strompreisen beläuft sich eine Batterieladung - also der Preis für 100 Kilometer - auf 3,80 Euro. Auch die Versicherungsprämien dürften sinken, weil Elektroautos kaum Reparaturen und Wartung benötigen. Außerdem kalkulieren die Versicherer mit geringeren Schäden durch die abgeriegelte Höchstgeschwindigkeit.
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